
Die Baureinigung ist der letzte Eindruck, bevor ein Gebäude übergeben wird. Wird sie zu spät geplant oder zur falschen Zeit ausgeführt, kostet sie doppelt: Termine verschieben sich, Oberflächen werden beschädigt, und die Reinigung muss wiederholt werden. Diese Tipps helfen Bauherren, Bauleitung und Handwerksbetrieben bei der Planung.
Kurz gesagt
- Baugrob- und Baufeinreinigung sind zwei getrennte Einsätze
- Die Feinreinigung kommt erst nach dem letzten Gewerk
- Mörtel und Putz auf Glas nie trocken abkratzen
- Abnahme gemeinsam und mit Protokoll
Zwei Phasen, zwei Ziele
Die Baugrobreinigung findet während der Bauphase statt, meist nach Rohbau, Estrich oder Trockenbau. Bauschutt, Verpackungen und grober Schmutz kommen raus, damit die nächsten Gewerke sauber und sicher arbeiten können. Die Baufeinreinigung, oft auch Bauendreinigung genannt, macht das Gebäude bezugsfertig: Fenster, Rahmen, Türen, Sanitär, Küchen und Böden werden so gereinigt, dass Nutzer einziehen können.
Tipp 1: Reinigung in den Bauzeitenplan aufnehmen
Die Reinigung wird oft erst eingeplant, wenn der Übergabetermin feststeht. Dann fehlt Zeit. Tragen Sie Grob- und Feinreinigung von Anfang an in den Bauzeitenplan ein und stimmen Sie die Termine mit dem Reinigungsbetrieb ab, sobald sich der Ausbau abzeichnet.
Tipp 2: Die Feinreinigung erst nach dem letzten Gewerk
Wenn nach der Feinreinigung noch Maler, Elektriker oder Bodenleger im Haus sind, ist das Ergebnis schnell dahin. Planen Sie die Feinreinigung nach Abschluss aller Gewerke und einige Tage vor der Übergabe. Lassen sich Restarbeiten nicht vermeiden, vereinbaren Sie vorher, wie ein zusätzlicher Reinigungsgang abgerechnet wird.
Tipp 3: Schutzfolien nicht zu lange drauflassen
Schutzfolien auf Fensterrahmen und Profilen sollen den Einbau schützen, nicht die Bauzeit überdauern. Je länger Sonne auf die Folie scheint, desto fester haftet der Kleber, und später bleiben Rückstände, die sich nur mühsam entfernen lassen. Ziehen Sie Folien möglichst bald nach dem Einbau ab und beachten Sie die Hinweise des Fensterherstellers.
Tipp 4: Glas richtig behandeln
Mörtel-, Putz- und Farbspritzer auf Glas dürfen nicht trocken abgekratzt werden. Sand und Mörtel wirken wie Schleifpapier und hinterlassen Kratzer. Richtig ist: Rückstände einweichen und dann mit einem scharfen Glasschaber nass und flach abnehmen. Bei beschichtetem Glas oder Sonnenschutzglas vorher die Herstellerangaben prüfen.
Tipp 5: Zementschleier mit dem passenden Mittel
Nach dem Verfugen bleibt auf Fliesen oft ein grauer Zementschleier. Er lässt sich mit speziellen sauren Reinigern lösen. Vorsicht bei kalkhaltigem Naturstein wie Marmor oder Kalkstein: Säure greift die Oberfläche an. Hier braucht es geeignete Spezialreiniger und eine Probefläche.
Tipp 6: Baustaub sitzt überall
Feiner Baustaub setzt sich nicht nur auf Böden ab, sondern auch in Steckdosen, Lichtschaltern, Heizkörpern, Lüftungsgittern, Rollladenkästen und Schrankinnenseiten. Eine gute Feinreinigung arbeitet von oben nach unten und wischt mehrfach. Klären Sie im Leistungsverzeichnis, ob Schränke und Einbauküchen auch innen gereinigt werden.
Tipp 7: Voraussetzungen vor Ort schaffen
- Strom und Wasser im Gebäude
- Ausreichend Licht in allen Räumen
- Container oder Entsorgungsweg für Restmaterial
- Zufahrt und Abstellfläche für das Reinigungsteam
- Schlüssel oder feste Zugangszeiten
Tipp 8: Abnahme mit Protokoll
Gehen Sie das Gebäude nach der Feinreinigung gemeinsam mit dem Reinigungsbetrieb durch, Raum für Raum. Halten Sie offene Punkte schriftlich fest und vereinbaren Sie eine Frist für die Nacharbeit. Fotos vorher und nachher helfen, wenn es später Fragen gibt.
Sie planen ein Bauvorhaben in Kolbermoor, Rosenheim oder Umgebung? Nennen Sie uns Bauphase, Fläche und Übergabetermin, wir stimmen die Reinigung mit Ihrem Bauzeitenplan ab.
